Griechenland- Der Peloponnes

Die Grotte des Grauens


29. März 2006 13:50 Griechischer Sommerzeit

Alle Geschehnisse die wir Euch jetzt berichten, sind wahr und genau so passiert. Die unter Euch, die uns schon immer vor dieser Reise und ihren großen Gefahren gewarnt haben, haben schlussendlich Recht behalten.

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Wir verliessen die Tempelstätten des Zeus in Olympia am späten Vormittag. Es trieb uns zurück zum Meer, zu Poseidon, den unsere Kinder bereits ins Herz geschlossen hatten. Auf halber Strecke entdeckten wir eine Grotte mit azurblauem Wasser eingegraben in einer hohen Felswand am Wegesrand.

Wir waren begeistert. Das Wasser hatte an die 40 Grad. Nichts ahnend entkleideten wir uns und machten uns daran die Grotte zu besteigen.

Oh, welcher Frevel. Oh, welche Leichtsinnigkeit. Hätten uns die schwefeligen Dämpfe die uns entgegen schlugen nicht Warnung genug sein müssen? Haben uns die Götter nicht eine letzte Chance gegeben und Hermes den Götterboten gesandt, der in Gestalt von Hugo uns mehrmals mit den Worten „Stinkewasser" vor dem Betreten der Grotte warnte?

Doch was kann man von Menschen erwarten, die selbst den Schatz der Nibelungen in Frage stellen? Menschen, deren tägliches Denken um die Fragen „Lätta oder Butter?" - „Pampers oder Fixies?" kreist.

Es ist schwer zu fassen. Und doch waren wir mit Blindheit geschlagen. Wir sahen nicht die große Öffnung am Ende der Grotte und den dahinter beginnenden Pfad in die Tiefe. Wir hörten nicht das Knurren des Cerberus. Auch nicht das Seufzen des Karon, der schwermütig seinen mit toten Seelen beladenen Kahn über den Styx stakte. Nichts davon nahmen wir war.

Wir hatten als Lebende die Pforte zur Unterwelt, zum Reich des Hades betreten, ohne die musischen Fähigkeiten eines Orpheus oder die List eines Sisiphos zu besitzen. Und deshalb musste das Verderben über uns kommen. Und es geschah. So schrecklich wie unerwartet.

Zuerst verdunkelte sich der Himmel am hellichten Tag. Helios' Sonnenwagen verschwand fast vollständig hinter einer schwarzen Scheibe. Dann ertönte apokalyptischer Donner und vom Himmel stießen riesige silberfarbene Kolosse auf uns herab. Wir flohen Hals über Kopf. Doch es war bereits zu spät. Die Strafe für unser Vergehen hatte uns bereits erreicht.

Dem Tod waren wir noch knapp entronnen. Doch welcher Trost war das für uns als wir feststellen mussten, dass unsere geliebte Tochter Theresa um Jahre gealtert war. Ihre Haut war wie die einer Greisin verschrumpelt und gefaltet. Hades hatte ihr die schönsten Jahre ihres Lebens geraubt. Die Zeit der Jugend und der Familie. Als alte Frau würde sie jetzt nur noch wenige unglückliche Jahre vor sich haben. Nie würde sie ihren Kindern und Enkelkindern in die Augen schauen können.

Ihr da draußen, die ihr noch immer an der Macht der Götter zweifelt, lasst Euch belehren. Erzürnt nicht die Götter, denn dass kann Euch bitter zu stehen kommen.
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Wir sind online die Erste
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Wir sind online die Zweite ©


Theresa opfert Poseidon einen Stein...


... und freut sich darüber


Verschrumpelte Füsse nach einem Bad in der Schwefelgrotte
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Blühende wilde Mimosen



Hier wird ge-
buddelt...


... und gebacken