Griechenland- Das Festland Teil 1

Athen und Meteora

Das gute alte griechische Festland wäre uns fast entgangen, hätten wir nicht, wie berichtet, unsere zeitlichen Dissonanzen im letzten Moment behoben. Nun hatten wir eine Woche um Akropolis&Co abzuarbeiten.

Ohne Rücksicht auf unsere bisherigen Erfahrungen bewältigten wir bereits einen Tag nach Mykene die Akropolis. Zwei so bedeutende Sehenswürdigkeiten in zwei Tagen. Das mußte schief gehen.

In Athen fanden wir mit etwas Glück und nach ein paar Runden auf innerstädtischen Autobahnkreuzen unseren Zeltplatz. Er war klein aber fein und sehr verkehrsgünstig gelegen. Am nächsten Morgen (sein wir ehrlich - kurz vor Mittag) fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Birgit unterhielt sich in fließendem Griechisch mit dem Busfahrer und wir waren deshalb die einzigen Touristen im Bus, die an der richtigen Station ausstiegen. Der Lohn waren anerkennende Blicke, als uns die anderen Zeltplatzbesucher (ohne Kinder) vorne in der Schlange vor der Akropolis erblickten.

Die Akropolis war so wie immer: teuer, überfüllt und umwerfend. Das Wahrzeichen der ersten Demokratie auf europäischem Boden strahlt heute wie einst über Attika. Im Akropolismuseum verliebte sich Theresa in das Bild der Athene (ihrer Lieblingsgöttin), die mit einer Schlange bewaffnet gegen die Giganten kämpft. Hugo und ich betrachteten naturgemäß die grazilen Koren etwas gründlicher, woraufhin Birgit demonstrativ etwas länger als nötig am Herkules-Standbild verweilte.

Hugo hatte sich tapfer über die römischen Treppen den Berg hinauf gekämpft, immer in der Hoffnung, auf dem Rückweg alle Stufen herunter hüpfen zu können. Das tat er dann auch, zum Leidwesen der nachdrängenden Menschenmassen. Am Fuße des Hügels fanden wir sofort ein Restaurant. Dort hatte ich schon früher einmal gespeist und dabei mein Flugzeug verpaßt (Sommerzeit - Ha, Ha). Wir gingen trotzdem hinein und erlebten ein kleines Fiasko. Ein kippelnder Tisch, ein zerbrochener Salzstreuer, Kellner im Eilschritt, fehlendes Besteck, deftige Rechnung statt leckerem Nachtisch. Zwei Engländer, die nur Kaffee bestellen wollten, wurden unsanft des Lokals verwiesen. Zu allem Überfluss musste auch Hugo dem Hüpfmarathon Tribut zollen und schlief, kurz bevor das Essen unseren Tisch erreichte, auf seinem Stuhl ein. Mit Hugo im Arm sah ich den anderen beim Mittag zu.

Den Abend verbrachten Birgit und ich abwechselnd im Internetcafe. Am nächsten Morgen waren wir ziemlich erschöpft, worauf unsere Kinder natürlich überhaupt keine Rücksicht nahmen. Wir kämpften uns durch den Athener Straßendschungel, verfuhren uns, gerieten in Staus und versuchten nebenbei unsere leere Gasflasche bei einem industriellen Gasbetrieb zu befüllen, was natürlich nicht möglich war. Zuletzt landeten wir auf der Autobahn Richtung Norden (Thessaloniki). Wir wollten nur noch unsere Ruhe haben.

Diese fanden wir auf der Insel Euböa. Der gewissenhafte Leser unserer Reiseberichte erinnert sich. Das war die Insel, die 479 v.Chr. infolge eines Bürgerkrieges, der wiederum nach der Einführung des Brettspieles „Wer schlägt - gewinnt" im Jahre 481 v. Chr. ausbrach, komplett zerstört wurde. Hier war es ruhig und die Leute sehr freundlich (solange man sie nicht auf das nämliche Brettspiel ansprach). Wir genossen die Tage, schöpften Kraft und fuhren weiter gen Norden - zu den Meteoraklöstern.

Für alle diejenigen, die die Meteoraklöster noch nicht selber gesehen haben, möchte ich den unmöglichen Versuch unternehmen, diese kurz zu beschreiben. Man stelle sich am besten das Elbsandsteingebirge vor (Altbundesbürger greifen alternativ auf den Bryce Canyon zurück) und multipliziere alle Höhenangeaben mit zwei. Dann denke man sich, unter Vernachlässigung sämtlicher Gesetze der Schwerkraft, auf den Gipfeln dieser Felsen schwalbennestähnliche, tief im Stein verankerte Gebäude, von zum Teil erstaunlicher Größe. Früher waren die Meteoraklöster das Rückzugsgebiet ruhebedürftiger Eremiten. Das ist lange her. Heute sind die Anfahrtswege zu den Klöstern obligatorischer Bestandteil der praktischen Abschlußprüfung griechischer Reisebusfahrer. An den schroffen Felsen hängen mit einem vertikalen und horizontalen Sicherheitsabstand von 1,20 Meter Freizeitkletterer aus ganz Europa. Und außerdem gibt es noch die Schildkröten.

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, daß die Schildkröten der Meteora-Region seit geraumer Zeit eine erhöhte Selbstmordrate aufweisen. Auch uns lief eines dieser blitzschnellen Tiere vor das Wohnmobil. Aber die Schildkröte hatte Pech. Birgit saß am Steuer und so wurde ihr dringlichster Wunsch nicht erfüllt.
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Das Dyonisostheater unterhalb der Akropolis


Athene bekämpft die Giganten


Platanenwald auf Euböa


Ein Baummonster auf Euböa



Hugo im Glück


Theresa und die Selbstmörderin
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Mönch und Nonne...
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... fallen in einen Brunnen
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Der Blick Richtung Berge



Einen Gruß an die Sponsoren des Fahrrades und des  Kindersitzes
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