Spanien - Die Pyrenäen

Neue Abenteuer

Die 10 gemeinsamen Tage mit den Großeltern an der Costa Brava waren vor allem für die Kinder eine große Freude. Sie hatten sich ja auch schon lange darauf gefreut. Höhepunkt war der Besuch von Marineland, einem Wasserpark mit waghalsigen Rutschen, spannenden Tiershows (Delphine und Seelöwen) und einem tollen Vogelhaus. Theresa bewies unglaublichen Mut beim freien Fall auf dem Bumerang. Selbst mir wurde flau im Magen, als wir zu zweit unaufhaltsam in die Tiefe schossen.

Birgit und ich machten während der Zeit einen 2-Tages-Ausflug zum Dali-Haus nach Cadaques und zur griechischen Siedlung von Empuria. Außerdem  surften wir viel im Internet (an dieser Stelle noch einmal ein Dank an Estafania, dem ungesicherten Hotspot in Sant Antoni de Calogne) und genossen das plötzlich sehr warme Wasser des Mittelmeers.

Am 11.Juni stand ich so früh auf wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Der Flug der Großeltern startete um 8:45 Uhr und zwangsläufig wollten sie um 6:45 Uhr am kleinen Provinzflughafen von Girona sein. Das schafften wir auch und nach den üblichen Schikanen der Billigairlines (für 2x1kg Übergepäck in den Koffern wollte Ryanair 16 Euro haben) verabschiedete ich die nicht mehr zu beruhigende Truppe um 7:30 Uhr am Eingang zu den Abfluggates.

Ohne wirklichen Plan starteten auch wir am Nachmittag des gleichen Tages, nach einem letzten ausgiebigen Bad im Swimmingpool des Zeltplatzes. Mahlstromartig sog es uns in Richtung Berge. Wir strandeten am Stausee von Banyoles, wo ich während einer längeren Schwimmpartie fast von einem Ausflugsdampfer überfahren worden wäre. Birgit hatte bereits die Versicherungsscheinnummer meiner Lebensversicherung herausgesucht. Doch soweit war es noch nicht.

Beim Abendessen erinnerten wir uns an die Erzählung einer deutschen Familie, die wir in Frankreich getroffen hatten und die uns von einem sehr schönen Nationalpark in den Pyrenäen erzählt hatte, wo sie vor Jahren wandern waren. Sie konnten sich noch an den Ausgangspunkt erinnern: Espot. Ein Blick auf die Karte und wir fanden den Ort am Eingang zum Nationalpark Aigües Tortes (im Spanischen ist das kein Feingebäck sondern eher so etwas wie eine durch eiszeitliche Gletscher geformte Seen- und Flußlandschaft). Zwei Tage brauchten wir bis Espot. Auf dem Weg dorthin wurden die Berge immer höher, die Täler immer tiefer und die Tunnel (zu Birgit’s Leidwesen) immer länger. Wir campten an einsamen Flußläufen und wanderten über prächtige romanische Brücken.

Espot liegt auf knapp 1700 Meter. Doch es sollte noch weiter nach oben gehen. Da der Nationalpark für Privatfahrzeuge gesperrt ist, stiegen wir in einen robusten Landrover des Typs Defender um, welcher uns zum Sant Maurici See in 2100 Meter Höhe brachte. Nur nebenbei sei erwähnt, das der in Espot ansässige Landrover-Händler seit der Gründung des Nationalparks in 1998, fünfmal zum besten Autoverkäufer Kataloniens gewählt wurde. Vom See aus ging es zu Fuß weiter bis zu unserer Baude (Refugio d’Amitges) auf 2300 Meter. Eine der vielen Attraktionen auf unserem Weg waren die „rauchenden Kiefern".

Ein Lob den Kindern. Sie marschierten tapfer. Wir hatten ihnen eine Tafel Milka-Schokolade vor den Kopf gebunden. Theresa beschwerte sich über diese primitive Art der Motivation und verlangte auf dem Rückweg dies selber in die Hand zu nehmen. Aber dazu später.

Der Weg zum Refugium und der Tag auf der Baude waren fantastisch. Eine atemberaubende Berglandschaft aus blank geputzten Granitriesen, glasklaren Gletscherseen und farbigen Blumenteppichen umgab uns. Die Gipfel stellten keine alpine, eher schon eine konditionelle Herausforderung dar und so stand ich noch am Tag unseres Aufstiegs auf dem Tuc de Saboredo in 2833 Metern Höhe. Die Kinder erfreuten sich an dem riesigen Zimmer mit den durchgehenden Doppelstockbetten und am Abend genossen wir ein dreigängiges Menü und Theresa förderte ihren zweiten Zahn zu Tage.

Beim Abstieg verlangte Theresa meine Geldbörse. Hugo war zeitweise sehr schwach. Das lag nicht zuletzt daran, dass er nur mit wackeligen Sandalen die steilen Schotterwege hinunterlaufen musste. Theresa hatte die rettende Idee. Aller 50 bis 100 Meter legte sie ein Geldstück auf den Weg und gab Birgit Handzeichen. Diese führte den nichts ahnenden Hugo zu den "Schätzen". Hugo mobilisierte ungeahnte Kräften und Theresa gingen zum Ende hin die Münzen aus. Zum Schluß lagen dann Euro-Banknoten auf dem Wanderweg und ich hatte genug damit zu tun, aufzupassen, dass kein falscher Hugo das Geld fand.
<< zurück - vor >>

Vogelhaus im Marineland ©


Vogelhaus im Marineland ©


Nach dem Marineland


Griechen in Spanien ©


Dali ©


Papa auf dem Büßerstuhl ©


Aufstieg ©


Ja, Ja so blau, blau, blau... ©


Symbiose ©


Blumen und Steine ©


Bergblick 1 ©


Bergblick 2 ©


The end of the world ©